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Abberatio testis, Enorchismus, Hodenhochstand, Kryptorchismus.
Die Hoden befinden sich nicht im Skrotum, sondern in der Bauchhöhle oder im Leistenkanal (fließende Übergänge).
Ursache dafür ist ein unterbliebener oder unvollständiger Hodenabstieg. Kryptorchismus führt zu Störungen der Spermiogenese.

Abdomen
Bauch, Wanst.
Abschnitt des Rumpfes der kaudal durch den von der Linea terminalis umrahmten Beckeneingang und kranial durch den Rippenbogen begrenzt wird

abdominal, abdominalis
Zum Bauch (Abdomen) gehörend, bauchseitig, den Bauch betreffen.

Abiotrophie
Embryonale Defekte sowie vorzeitiges Lebensende einzelner Gewebe oder Gewebekomplexe (prämature Zelldegeneration).

Abort
Abgang einer nicht lebensfähigen Frucht vor Erreichen der unteren Grenze der physiologischen Tragezeit.

Abprobieren
Das Heranführen eines Hengstes an eine Stute zum Überprüfen der Paarungsbereitschaft.

Abschlagen
Die Stute wehrt den Hengst mit Tritten beim Abprobieren auf Grund mangelnder Paarungsbereitschaft ab.

Absencen
Kurze Bewusstseinspausen bzw. Bewusstseinsstörungen, die im Zusammenhang mit einer generalisierte Epilepsie auftreten. Es sind beide Gehirnhälften in das Anfallsgeschehen einbezogen.

Absorption
Pharmakologie: Aufnahme von Stoffen vom Applikationsort durch Übertritt/Passage durch biologische Membranen in die Blutbahn.
Immunologie: Entfernung unerwünschter Antikörperkomponenten aus Antiseren durch Zusatz von Antigen, das nicht mit dem zur Antiserumgewinnung verwendeten identisch ist.

Abszedierung
Bildung eines Abszesses durch Absterben von Gewebe in Folge Einwirkung von Bakterientoxinen, chemischer oder physischer Noxen mit nachfolgender Gewebeverflüssigung und Eiterbildung.

Abwehrmechanismen
Mechanismen, mit denen das Immunsystems den Organismus gegen eingedrungene Antigene verteidigt. Man unterscheidet:
- Humorale Abwehr
- Spezifische Abwehr
- Unspezifische Abwehr
- Zelluläre Abwehr

Acidosis, Azidose
Säuerung des Körpers mit Belastung der Puffersysteme bis hin zu klinischen Erscheinungen.
Eine Azidose kann durch eine verminderte Ausscheidung oder eine vermehrte Bildung von H+-Ionen oder einen erhöhten Basenverlust entstehen. Unterschieden werden respiratorische und metabolische Formen. Eine Azidose geht häufig einher mit einer Hyperphosphatämie und –urie und ist stets durch eine erhöhte Atemfrequenz gekennzeichnet.

Adenitis equorum, Coryza contagiosa equorum, Druse
Akute, fieberhafte und hochkontagiöse Infektionskrankheit der Equiden durch Streptokokkus equi.
Betroffen sind i.d.R. der Respirationsapparat und die regionären Lymphknoten.

Adipositas
Fettsucht, Verfettung, Fettleibigkeit.

Adjuvans
Unspezifisch wirksame Substanz, die in Kombination mit Antigenen einen verstärkten, schnelleren und länger anhaltenden Immunisierungseffekt bewirkt. Es spielt besonders bei der Applikation von Totvakzinen und Spaltvakzinen eine große Rolle. Meist handelt es sich dabei um anorganische Kolloide. Der immunstimmulierende Effekt wird durch die langsamere Resorption und die daraus resultierende Verweildauer an der Injektionsstelle begünstigt.

Adrenalin
Adrenalin ist für die Anpassung des Stoffwechsels in Notfallsituationen verantwortlich. Es hemmt im allgemeinen glattmuskuläre Organe und erhöht den Blutzuckerspiegel, die Lipolyse, den Sauerstoffverbrauch und den Grundumsatz.

Adrenolytika, Betablocker, Sympatholytika
Beta-Rezeptorenblocker = Adrenorezeptorenblocker; Wirkstoffe, die Adrenorezeptoren reversibel oder irreversibel blockieren und die Wirkung von Sympathomimetika an Zielorganen hemmen, werden als Adrenolytika bezeichnet. Sie werden nach dem Angriffsort in Alpha- und Beta-Adrenolytika eingeteilt. Zu den Beta-Rezeptorblockern gehören z.B. Propanolol und Carazolol (Wirkung: ß1 = ß2), die als Antiarrhythmika, zur Minderung von kardialen Stresssymptomen sowie zur Blutdrucksenkung (human) eingesetzt werden. Atenolol dagegen weist eine kardioselektive Wirkung auf (Wirkung: ß1 > ß2

Adspektion
Optische Überprüfung im Rahmen der Allgemeinuntersuchung.

adult
Ausgewachsen, erwachsen.

aerogen
Mittels Luft übertragen; über die Luftwege erworben.

Ätiologie
Die Lehre von der Krankheitsursache. Der Begriff wird aber im weitesten Sinne auch für die Ursache selbst gebraucht.

Agalaktie
Absolutes Fehlen der Milchsekretion unmittelbar nach der Geburt als Folge einer Fehlbildung oder hormonellen Störungen bzw. Infektionen der Milchdrüse.

Akupunktur
Teil der Traditionellen Chinesischen Medizin. Es werden Nadeln in bestimmte Körperpunkte eingestochen. Dies soll zur Regulierung der Körperenergie(Yind und Yang) führen.

akut
Bezeichnung für einen Krankheitsverlauf infolge stark ausgeprägter Noxe mit deutlich ausgeprägten klinischen Symptomen bei einer Dauer von 2-14 Tagen.

akzessorisch
Hinzutretend, zusätzlich.

Albumin
Albumine bilden die Hauptgruppe tierischer und pflanzlicher Proteine.
Sie sind weit verbreitet und finden sich u.a. in Blut, Lymphe, Muskeln und Milch. Die im Blut vorkommenden Albumine werden als Serumalbumine bezeichnet. Sie dienen dem Transport körpereigener und köperfremder wasserunlöslicher Stoffe und der Aufrechterhaltung des kolloidosmotischen Druckes im Gefäßsystem.

Aldosteron
Steroid-Hormon der Nebennierenrinde (NNR).
Es wird in der Zona glomerulosa der NNR synthetisiert und zeigt fast ausschließlich eine mineralocorticoide Wirkung. Synthese und Freisetzung werden vom Renin-Angiotensin-System gesteuert, das bei Hyponatriämie und bei Abfall des Blutdrucks und des Plasmavolumens aktiviert wird. Aldosteron reguliert das Volumen und die Kationen-Zusammensetzung der intra- und extrazellulären Flüssigkeiten.

Alkaloide
Stickstoffhaltige Naturstoffe, die in vielen Pflanzen (Dikotylen) vorkommen. Sie reagieren basisch, sind relativ kompliziert aufgebaut (heterozyklisch) und besitzen eine ausgeprägte pharmakologische Wirkung. Alkaloide werden in der Medizin als Therapeutika verwendet, obwohl sie im allgemeinen hochtoxische Verbindungen darstellen.

Allgemeinanästhesie
Schlafähnlicher Zustand mit zentraler Schmerzausschaltung infolge reversibler partieller Lähmung der Ganglienzellen des Zentralnervensystems durch chemische oder physikalische Mittel. Die Narkose beinhaltet Bewusstlosigkeit, Schmerzlosigkeit (Analgesie), Verminderung oder Ausschaltung der Reflexaktivität und ggf. Muskelrelaxation. In diesem Zustand können Operationen bei erloschenem Bewusstsein ohne Schmerzempfindung und Abwehrreaktionen vorgenommen werden.

Alopezie
Haarlosigkeit, (Federlosigkeit), Haarausfall
Bezeichnung für das Fehlen von Haaren in Hautbereichen, die physiologischerweise behaart sein sollten. Es treten verschiedene Formen auf: angeboren (Alopecia congenita) oder erworben, lokal (Alopecia areata) oder generalisiert (Alopecia generalisata). Als mögliche Ursachen werden Missbildungen, schwere Organ- oder Infektionskrankheiten, Vergiftungen, endokrine Störungen und Ernährungsstörungen genannt.

Alveolarlumen
Die Größe (Fassungsvermögen) der Lungenalveolen, die für den Gasaustausch bei der Atmung zur Verfügung steht.

Alveole
Lungenbläschen

Aminosäuren
Aminocarbonsäuren
Klasse kleiner organischer Verbindungen mit mindestens einer Carboxylgruppe (–COOH) und mindestens einer Aminogruppe
(–NH2). Es gibt 23 proteinogene Aminosäuren, die die Bausteine der Proteine sind. Das Spektrum der Klasse der Aminosäuren geht aber weit über diese hinaus. So sind bisher 250 nicht-proteinogene Aminosäuren bekannt, die biologische Funktionen haben.

Amyloid
Als Amyloid werden Immunglobulin- oder Paraglobulinablagerung im Gewebe bezeichnet. Sie können durch bestimmte Farbstoffe (z.B. Kongorot) sichtbar gemacht werden.

Anämie
Blutarmut
Absinken der Erythrozyten und/oder des Hämoglobingehaltes pro Volumeneinheit unter die physiologischen Grenzwerte. Klinisch treten v.a. blasse Schleimhäute, kalte Haut, ein kleiner, schneller Puls, metallisch klingende, pochende Herztöne sowie zentralnervöse und Atmungsstörungen auf. Es werden verschiedene Formen der Anämie unterschieden. Diese lassen sich in regenerative und nicht regenerative (aplastische) Anämien einteilen.

Anästhesie
Empfindungslosigkeit, Unempfindlichkeit.
Wird überwiegend für die medikamentelle Schmerzausschaltung verwendet. Zu der die zentrale (Narkose) und die lokale (Lokalanästhesie) Schmerzausschaltung gehören. Läßt sich aber auch in eine natürliche (kaum sensible Versorgung) oder erworbene (Trauma, Nekrose) Unempfindlichkeit einteilen.

Analeptisch
Zentral erregend, anregend wirkend.

Analgesie, Analgie
Aufhebung der zentralen Schmerzempfindung.

Anamnese
Vorbericht.
Erfragen der Angaben zu Herkunft, Haltung, Fütterung, Nutzung, Verhalten und Besonderheiten, um die Erkrankung des Tieres zu ermitteln, inklusive der Erfragung vorangegangener Behandlungen.

Anaphylaktischer Schock
Klinische Symptomatik, die zu einem lebensbedrohenden Zustand durch Dezentralisierung des Kreislaufs führen kann.
Reaktion auf eine Allergie vom Soforttyp (Typ I), bei der es zur Freisetzung verschiedener pharmakologisch wirksamer Substanzen, u.a. von Anaphylatoxin, Histamin, Bradykinin und Serotonin kommt.

anaphylaktoid
Anaphylaxie ähnlich, mit anaphylaxieähnlichen Erscheinungen einhergehend.

Anaphylaxie
Reaktion einer Allergie vom Soforttyp, die von zirkulierenden Antikörpern abhängig ist. Diese systemische Reaktion kann unter dem Bild eines anaphylaktischen Schocks innerhalb weniger Minuten, infolge einer spastischen Asphyxie, zum Tode führen.

Anaphylaxie, anaphylaktischer Schock
Immunologisch bedingte, akute Maximalvariante einer allergischen Allgemeinreaktion, die den ganzen Organismus umfaßt u. mit typischen Symptomen einhergeht.

Anaplasmose
Granulocytäre Ehrlichiose.
Eine durch Ixodes ricinus übertragene Erkrankung, bei der Anaplasma phagocytophilum die weißen Blutkörperchen (Granulozyten) zerstört. Nach einer Inkubationszeit von Tagen bekommen die Tiere Fieber, sind schlapp, verlieren an Gewicht, es kommt zu Ödemen in den Gliedmaßen, zur Blutarmut (Anämie) und zu Beeinträchtigungen des Zentralnervensystems. Zusätzlich können Gelenkentzündungen auftreten.

Anastomose, Anastomosis
Verbindung von zwei Blutgefäßen arteriovenös, arterioarteriell oder venovenös.
Auf diese Weise werden zwei Gefäßgebiete miteinander verbunden, die wahlweise über einen der beiden Gefäßstämme versorgt werden können. Das Häufigkeit von Anastomosen nimmt mit der Entfernung vom Herzen zu.

Anatomie
Lehre über den strukturellen Audbau eines Organismus und über die Zerlegung des Organismus in seine Bestandteile.

Andrologie
Die Lehre von der Physiologie und der Pathologie männlicher Individuen sowie der Heilung geschlechtsgebundener Erbkrankheiten.

Angiose
Degenerative Gefäßerkrankung.

Anisozytose
1. Im Blutausstrich zeigen die Erythrozyten abweichend von der normalen Größenverteilung unterschiedliche Größen. Ihre Form ist dabei jedoch unverändert. Neben den normal großen Normozyten finden sich zahlreiche kleinere Mikrozyten sowie größ0ere Makrozyten. Dieses Bild ist typisch für das Vorliegen einer Anämie.
2. Unterschiedliche Gestaltung des Zytoplasmaleibs von Tumorzellen.

Ankylose
Versteifung von Gelenken mit Verlust der Gelenkfunktion durch bindegewebige (Ancylosis fibrosa) oder knöcherne (Ancylosis ossea) Verschmelzungsprozesse der Bestandteile des Gelenkes.

Anöstrie
Anaphrodisie
Verminderte sexuelle Ansprechbarkeit durch zu geringe Estrogenisierung bei weiblichen Tieren. Merkmale sind u.a. Libidomangel, Brunstlosigleit, fehlende oder schwach ausgeprägte äußere Brunsterscheinungen, kein ausgeprägter Duldungsreflex. I.d.R. ist jedoch ein regelmäßiger ovarieller Zyklus mit Ovulation vorhanden. Ursache für die Anöstrie ist meist eine innersekretorische Insuffizienz durch Belastung, die u.a. durch Haltungsfehler, Mangelernährung und klimatische Einflüsse bedingt sein kann. Physiologisch ist die Anöstrie nach der Geburt.

Anöstrus
Fehlen des Sexualzyklus und des Befruchtungsvermögens. Die Ursachen können pathologischer oder physiologischer Natur sein.

Anorexie
Verminderte Fresslust, Appetitlosigkeit.
Unvollständige, träge bis hin zur vollständig fehlenden Futteraufnahme (Inappetenz). Mögliche Ursachen sind schmerzhafte Prozesse in der Mundhöhle, Gastritis, fieberhafte Erkrankungen, Stress u.a..

Antagonist
Gegenspieler

Anthelminthikum
Wurmmittel
Chemotherapeutikum zur Bekämpfung des Befalls mit Helminthen (Nematoden, Zestoden, Trematoden).

Anthropozoonose
Infektion, bei der die Erreger von einem Wirbeltier auf einen Menschen übertragen werden.

antiarrhythmisch
Als antiarrhythmisch wird eine herzregulierende Wirkung bezeichnet, die eine Störung der Herzschlagfolge (Veränderungen der Frequenz bzw. Unregelmäßigkeiten der Herztätigkeit) behebt.

Antibiogramm
Verschiedene Testverfahren zur Bestimmung der Empfindlichkeit von Mikroorganismen gegenüber Chemotherapeutika.

Antibiose
Von Stoffwechselprodukten von Mikroorganismen ausgehende wachstumshemmende oder abtötende Wirkung auf andere Bakterien, Pilze oder auch zum Teil Pflanzen höherer Ordnung. Umgangssprachlich wird darunter die Behandlung mit Antibiotika verstanden.

Antibiotika
Sammelbegriff für bestimmte Stoffwechselprodukte von Schimmelpilzen, Streptomyzeten oder Bakterien und deren (semi)synthetischer Derivate mit bakteriostatischer oder bakterizider Wirkung.

Antidot, Antivenenum
Gegengift bzw. Gegenmittel, das bei Vergiftungserscheinungen eingesetzt wird.
Ein funktionelles Antidot wirkt entgegengesetzt (Antagonist) zu der Wirkung des Giftes (z.B. Atropin bei Alkylphosphatvergiftung).
Ein kausales Antidot interagiert direkt mit dem Giftstoff (z.B. Chelatbildner bei Schwermetallvergiftung).

Antigen
Substanz, die den Organismus durch bestimmte Strukturen (antigene Komponenten) zur Bildung von Antikörpern anregt. Ein Antigen verfügt in der Regel über mehrere solcher Teilstrukturen.

Antikoagulans
Gerinnungshemmende Substanzen.

Antikörper
Serumproteine, die aufgrund ihrer elektrophoretischen Eigenschaften zu den Gamma-Globulinen (Ig) gezählt werden. Häufig als Immunglobuline bezeichnet. Es gibt fünf Hauptarten: IgG, IgM, IgA, IgD, IgE und speziesspezifische Unterklassen (z.B. IgG1). Sie werden auf einen immunogenen Reiz hin gebildet und reagieren spezifisch mit dem Antigen, das ihre Bildung indiziert hat.

Antikörperspiegel
Konzentration bestimmter Antikörper (Immunglobulien) im Blut.

antimikrobiell
Mikroben abtötende Wirkung.

Antiphlogistikum
Mittel zur Hemmung, Linderung oder Beseitigung von Entzündungen.
Sie wirken über eine Abschwächung degenerativer Prozesse, eine Unterdrückung überschießender Immunreaktionen oder durch die Beeinflussung der Bildung und Freisetzung von Entzündungsmediatoren. Als wichtigste Gruppen werden nicht-steroidale Antiphlogistika (NSAID), Glucocorticoide sowie Immunsuppressiva und Immunmodulatoren bei der Rheumatherapie genannt.

Antipyretikum
Fiebersenkendes Mittel, das die Prostaglandinsynthese im hypothalamischen Temperaturregulationszentrum herabsetzt und den Temperatursollwert normalisiert.

antitussiv
Husten entgegenwirkend, Husten lindernd.

Aortenstenose
Einengung der Blutausflussbahn aus der linken Herzkammer (Aorta) meist als Folge einer Entzündung.

Apathie, apathisch
Teilnahmslosigkeit, geringe Lebhaftigkeit.
Klinische Bezeichnung für mangelnde Reaktion des Tieres auf Umweltreize.

Aplasie
Angeborenes Fehlen eines Organs.

Apoptose/Apoptosis
Physiologischer und vorprogrammierter Zelltod.

Applikation
Verabreichung von Arzneimitteln. Dies kann u.a. oral intravenös, intramuskulär, subkutan, intramammär und intrauterin erfolgen.

Arthritis
Aseptische oder septische Gelenksentzündung.

Arthroskopie
Gelenkspiegelung mit Hilfe eines Endoskops zur Darstellung von Knorpeldefekten oder Absprengungsfrakturen.

Arthrozentese, Gelenkpunktion
Einführen einer Kanüle oder Hohlnadel in einen Gelenkspalt bzw. –raum zu diagnostischen oder therapeutischen Zwecken.

articularis, -e; artikulär
Zum Gelenk gehörend, das Gelenk betreffend.

Aryknorpel, Cartilago arytaenoidea, Gießkannenknorpel
Knorpel, der zu den paarigen Kehlkopfknorpeln gehört.
Er trägt unter anderem den für die Kehlkopfpfeiffer-Operation bedeutsamen Proc. Vocalis.

Asepsis, aseptisch
Keimfreiheit.
Durch Anwendung von Desinfektion bzw. Sterilisation erreichter Zustand der Keimfreiheit zur Vermeidung einer Infektion oder Kontamination.

Asphyxie
Spezielle Art des Atemstillstandes. Durch fehlenden Gasaustausch im Lungengewebe kommt es zu einer hochgradigen Atemdepression durch Abfall des Blutsauerstoffs (Hypoxämie). Dies führt zu einem Rückgang des Sauerstoffpartialdrucks im arteriellen Blut und im Gewebe (Hypoxie), was sich in einer Zyanose äußert. Zudem sammelt sich nicht abgeatmetes Kohlendioxid im Gewebe und Blut (Hyperkapnie), was als so genannte Kohlendioxidnarkose zu Bewusstseinstrübung und Koma führt, wenn die Ursachen nicht beseitigt werden.

Aspirationsbiopsie
Saugbiopsie, Feinnadelaspiration.
Entnahme einer Gewebeprobe für die histologische oder zytologische Untersuchung durch Ansaugen von Zellmaterial, z.B. mittels einer Spritze oder Hohlnadel. Die Entnahme erfolgt in der Regel unter Ultraschall-, Röntgen -oder endoskopischer Kontrolle.

Ataxie
Störung der Bewegungskoordination und Haltungsreflexe, denen ätiologisch und pathogenetisch unterschiedliche degenerative oder entzündliche Veränderungen des Nervensystems oder der Wirbel zugrunde liegen.

Atelektase
Nichtausdehnung.
Lungengewebe mit nicht entfalteten oder zusammengefallenen oder zusammengedrückten Lungenbläßchen (Alveolen) ohne Gasaustausch.

Atemfrequenz
Die Atemfrequenz ist als Anzahl der Atemzüge pro Minute definiert.

Atemgeräusch, vesikulär
Physiologisches Atemgeräusch mit Ursprung in den Lungenalveolen. Es ist tief, brausend u. während der Alveolenentfaltung beim Einatmen besonders deutlich hörbar. Es ist verstärkt bei tiefer Atmung u. Bronchitis, abgeschwächt bei Emphysem, Pleuraschwarten.

Atherom
Grützbeutel, Talgdrüsenretentionszyste.
Mit Talgsekret gefüllte, die Hautoberfläche vorwölbende Zyste der Haut und der Unterhaut. Dabei wird zwischen einem echten Atherom (versprengte embryonale Talgdrüsenkeime ohne Ausführungsgänge) und einem falschen Atherom (durch den Verschluss von Ausführungsgängen der Talgdrüsen verursacht) unterschieden.

Atonie
Erschlaffung, Schlaffheit, fehlender Muskeltonus, fehlende oder mangelnde Kontraktionsfähigkeit der glatten Muskulatur.

Atrioventrikulärer (AV) –Block
Herzrhythmusstörung, bei der die Erregungsleitung zwischen den Vorhöfen und den Herzkammern verzögert, zeitweise oder dauerhaft unterbrochen ist.

Atrophie
Verminderung lebender Substanz. Vormals normale Gewebeformen erfahren durch exogene oder endogene Mangelernährung einen Schwund, der durch Verminderung der Zahl und/oder durch Verkleinerung der Gewebeelemente verursacht wird.

Aufsetzer, Krippensetzer
Aufsetzen der Schneidezähne des Pferdes auf den Krippenrand beim Koppen.
Dabei wird die vordere Hals- und Kehlkopfmuskulatur kontrahiert, der Schlundkopf wird erweitert. Bei dem Einströmen der Luft in den Ösophagus bzw. in den Magen entsteht gelegentlich der sogenannte Kopperton.

Auskultation
Horchen, Abhorchen, Behorchen der im Körper durch Herz- und Verdauungstätigkeit und anderer Aktivität entstehender Töne mit Hilfe eines Steto- oder Phonendoskops.

Autolyse
Selbstverdauung, Selbstauflösung.
Bestimmte, Eiweiß abbauende Enzyme werden nach dem Zelltod frei. Es folgt ein von Bakterien unabhängiger Proteinabbau. Dieser Vorgang kommt partiell in lebenden Organismen vor, tritt aber auch nach dem Tod, z.B. bei der Fleischreifung auf.

Avidität
Die Avidität ergibt sich aus der Affinität zwischen einer einzelnen Antigenbindungsstelle eines Antikörpers und der Antigendeterminante sowie der Anzahl der vorhandenen Antigenbindungsstellen des Antikörpers und der Anzahl der verfügbaren Antigendeterminanten. Die Avidität gibt Auskunft über die Stabilität einer Antigen-Antikörperreaktion und ist wesentlich für das Protektionsvermögen neutralisierender Antikörper.

Avirulenz, avirulent
Ausdruck für das Fehlen krankmachender Eigenschaften eines bestimmten Mikroorganismus aus einer pathogenen Spezies.

Avitaminose
Erkrankung, die auf einem absoluten Mangel eines oder mehrerer Vitamine oder deren Vorstufen beruht. Die Ursachen können Fehlernährung, Resorptions- und Stoffwechselstörungen, Antivitamine oder eine gestörte Eigensynthese sein. In der Regel handelt es sich bei der Avitaminose um einen Mangel mehrerer Vitamine.

Azidose, Acidosis
Säurung des Körpers mit Belastung der Puffersysteme bis hin zu klinischen Erscheinungen.
Eine Azidose kann durch eine verminderte Ausscheidung oder eine vermehrte Bildung von H+-Ionen oder einen erhöhten Basenverlust entstehen. Unterschieden werden respiratorische und metabolische Formen. Eine Azidose geht häufig einher mit einer Hyperphosphatämie und –urie und ist stets durch eine erhöhte Atemfrequenz gekennzeichnet.

Azotämie
Eine Vermehrung von stickstoffhaltigen Verbindungen aus dem Eiweiß-Stoffwechsel (Eiweißabbau) im Blut. Ursachen sind im wesentlichen entweder ein gestörter Eiweiß-Stoffwechsel (z. B. bei Morbus Cushing) oder schwere Erkrankungen der Nieren.

Azyklie
Unterbrechung des Sexualzyklus auf Grund hormoneller Störungen. Es fehlen sowohl Brunsterscheinungen als auch der Eisprung (Ovulation). Physiologische Gründe für eine Azyklie sind bei saisonal mehrfach brünstigen (polyöstrischen) Tieren die Jahreszeit, bestehende Trächtigkeit oder während des Zeitraums kurz nach der Geburt.




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